04.08.2016

Heimauftakt gegen die große Unbekannte

von Dominik Gsell

Zum Heimspielauftakt der neuen Spielzeit gastiert am Freitagabend der Bonner SC an der Hafenstraße. Der Meister der Mittelrheinliga konnte am ersten Spieltag mit einem 2:1-Erfolg über Fortuna Düsseldorf II ein echtes Ausrufezeichen setzen, schließlich gelang den letzten beiden Regionalliga-Aufsteigern dieser Staffel der erste Saisondreier erst im 15. (Wegberg) bzw. 16. (Hennef) Saisonspiel.

Nicht nur aufgrund des deutlich prominenteren Namens macht sich der Club aus der ehemaligen Bundeshauptstadt Hoffnungen, den Klassenerhalt zu realisieren, sowie den mühsam erarbeiteten Ruf der Mittelrhein-Aufsteiger als Fallobst zu korrigieren.

Gut Lachen nach dem Sieg von Sonntag - Sven Demandt und Jürgen LucasObwohl der Verein nach der beantragten Insolvenz 2010 (durch die er das Schicksal des Zwangsabsteigers aus der Regionalliga West mit dem großen RWE teilen durfte) zwischenzeitlich bis in die Siebtklassigkeit abstürzte, ist der Verein natürlich jedem Fußballfan ein Begriff. Immerhin konnten sich die Bonner 1975 mit einem 4:2-Erfolg über Bayern München die Deutsche Meisterschaft sichern. Meisterschaft der Frauen, wohlgemerkt, denn im Herrenfußball blieb die Bundesliga stets unerreichbar und der einzige Ausflug in Liga 2 endete 1977 mit dem ersten Lizenzentzug der DFB-Geschichte. Die Bonner leisteten also Pionierarbeit, die der RWE erst deutlich später zur Perfektion vollenden sollte.

Zur Jahrtausendwende schaffte es der Club ins Kuriositätenkabinett der Fußballgeschichte, als mit der Verpflichtung der kubanischen Nationalmannschaft der Aufstieg in die Regionalliga anvisiert wurde und nach einem Jahr voller Pleiten, Pech und Visa-Pannen der Abstieg in die Fünftklassigkeit feststand. Den sportlichen Erfolg sucht man in der ehemaligen Hauptstadt vergeblich, aber mit Marcel Ndjeng erreichte in der jüngeren Vergangenheit immerhin ein Spieler aus der eigenen Jugend die Bundesliga.

Ob angesichts der traditionell guten Jugendarbeit auch im aktuellen Kader ein zukünftiger Profi schlummert, wissen wohl nur aufmerksame Scouts vom Mittelrhein. Stürmer Lucas Musculus (1 Zweitliga-Einsatz) und Sechser Dario Schumacher (10 Spiele in Liga 3) sind die bekanntesten Namen im Kader und können jeder auf mehr als fünfzig Einsätze in der Regionalliga West zurückblicken. Sportlich ist der Bonner SC eine große Unbekannte und als Aufsteiger an der Hafenstraße natürlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn bereits den Fallobst-Vorgängern aus Hennef und Wegberg gelang es, gegen Rot-Weiss zu punkten.

Kann wohl spielen - Jan-Steffen MeierDamit die an der Hafenstraße aufkeimende Euphorie nicht bereits am Freitag von einer bösen Überraschung getrübt wird, müssen die Rot-Weissen an ihre konzentrierte Leistung vom ersten Spiel anknüpfen. Für die Bonner ist es natürlich das Spiel der Saison und trotz der Ankündigung von Trainer Daniel Zillken, mutig auftreten zu wollen, erwartet nicht nur RWE-Coach Sven Demandt die Gäste eher zurückhaltend. Ein Geduldsspiel gegen tief stehende Bonner würde wohl niemanden überraschen und den Gefallen, ins offene Messer zu laufen, wird Demandt den Bonnern nicht tun. Zu viel Wert legt er auf Defensivstabilität und personelle Kontinuität - sofern die Blessuren bei Meier und Malura abheilen, wird sich an der Aufstellung vom Wiedenbrück-Spiel vermutlich nichts ändern.

Die Bilanz der beiden Mannschaften gegeneinander ist dabei durchaus Grund zur Hoffnung, denn von zehn Aufeinandertreffen konnten die Bonner nur einmal siegreich den Platz verlassen. RWE bestritt die Hälfte aller Spiele siegreich, vier Begegnungen fanden am Ende keinen Sieger, so auch die einzigen beiden Duelle dieses Jahrtausends (2009/2010 endeten beide Partien 1:1). Unter Flutlicht, eventuell gar mit fünfstelliger Kulisse und hoffentlich mehr als einer Handvoll Gästefans bietet sich am Freitag die Gelegenheit, die Bilanz aufzubessern und sogar die Tabellenführung zu übernehmen. Nun muss die Mannschaft beweisen, dass sie an der Katastrophensaison des Vorjahres gewachsen ist und vor großer Kulisse gegen einen Außenseiter die Nerven behält.


EVAG Einsatzplan

Abfahrt Essen Hbf Bussteig 4

17:30 Uhr - 19:00 Uhr alle 10 Minuten Richtung Hafenstraße

Nach dem Spiel an den bekannten Haltestellen Bottroper Straße und Lüschershofstraße.


Organisatorische Hinweise zum Spiel gegen den Bonner SC

Am kommenden Freitag, den 5. August, steht das erste Heimspiel der Saison 2016/2017 gegen den Bonner SC an. Anpfiff der Partie ist um 19.30 Uhr im Stadion Essen. Die Stadiontore werden 90 Minuten vor Anpfiff geöffnet. Die Infokasse befindet sich am Spieltag im Kassenhäuschen W1-W3. Dort steht auch eine Online-Kasse zur Verfügung, die im Sitzplatzbereich eine platzgenaue Ticketauswahl ermöglicht.

Die Gottschalk-Tribüne (Gästetribüne) wird zum Spiel gegen den Bonner SC geöffnet, sodass der innere und äußere Stadionumlauf geschlossen bleiben. Gästefans gelangen über den Eingang „Sulterkamp“ zu ihren Plätzen.

Die Ausgabe der Kurzen Fuffzehn erfolgt am Spieltag kostenlos an allen geöffneten Kassenhäuschen. Parkausweise sind am Spieltag ab 18.00 Uhr ausschließlich beim rot-weissen „Georg-Melches“-Partner (Hauptsponsor) MHL an der Hafenstraße 215 zum Preis von 7,00 € erhältlich.

An der Ecke von der WAZ-Westkurve und der Sparkassen-Tribüne informiert die Fan- und Förderabteilung von Rot-Weiss Essen mit einem Stand über anstehende Aktivitäten. Der rot-weisse Fanshop ist von 18.00 bis 19.30 Uhr geöffnet, sowie bis ca. 45 Minuten nach Abpfiff.

Zudem wird am Spieltag eine Sonderkasse für die anstehende Partie der Rot-Weissen gegen den Wuppertaler SV eingerichtet. Dort sind die Tickets zu folgenden Preisen (Vorverkaufsgebühr inklusive) erhältlich:
Sitzplatz: 14,00 Euro
Stehplatz: 9,00 Euro (ermäßigt 6 Euro)