23.10.2015

Pflicht

von Hendrik Stürznickel

Wenn man sich den Profifußball der letzten Jahre anschaut, scheint es das Wichtigste zu sein, bloß keinen Druck aufkommen zu lassen, bloß nicht die Favoritenrolle zu übernehmen, stets im Understatement die beste Leistung zu bringen. Doch das kann am kommenden Samstag leider nicht gelten, denn Rot-Weiss Essen ist beinahe schon zum Siegen verdammt.

Durch die große Ausgeglichenheit der Liga ist RWE trotz mitunter ordentlichen Auftritten gegen die Favoriten um die Ligaspitze nur knapp vor einem Abstiegsplatz. Da kommt das Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten Fußballverein Rot-Weiss Ahlen gerade richtig, oder nicht?

Jan Siewert hat in dieser Woche gleich mehrere Baustellen zu bearbeiten und man kann ihn momentan nicht um seinen Job beneiden. Nachdem man im Fall des so gut gestarteten Marwin Studtrucker meinte aufatmen zu können, hat sich sein Comeback als Kurzeinsatz erwiesen. Der Muskelbündelriss, der den Offensivakteur außer Gefecht setzt, erwies sich als so schwerwiegend, dass für Studtrucker das Spieljahr 2015 vorzeitig beendet ist.

Ungewohnte öffentliche Kritik von Jan SiewertDoch deutete Jan Siewert bei der Pressekonferenz auf ein noch größeres Problem hin. Sportdirektor Andreas Winkler sprach vor einer Woche noch recht nebulös von der fehlenden Homogenität der Essener Mannschaft. Diese fehlende Homogenität füllte Jan Siewert nun mit Leben und benannte in ungewöhnlicher Offenheit einen Spieler, der sich nicht mannschaftsdienlich verhalten würde. Alles deutet dabei auf Kevin Behrens hin, der zuletzt in Lotte das direkte Gespräch mit den Anhängern verweigerte.

Diese Personalie ist insofern brisant, als dass Behrens momentan einer der stärksten Spieler des Teams ist, der Woche für Woche dafür sorgt, dass RWE gefährlich wird. Mit dem gleichzeitigen Ausfall von Studtrucker ist eine verordnete Pause, um das eigene Verhalten zu überdenken, beinahe schon eine Art Selbstzerfleischung für eine Mannschaft, die die Kontinuität in ihrer Leistung noch sucht. Zu welcher Maßnahme der Coach schließlich tendiert, werden wir alle allerdings erst am Samstag erfahren.

Die frisch aufgestiegenen Ahlener sind durchwachsen in die Saison gestartet. Nur zwei Siege wurden gegen den FC Kray und Borussia Dortmund II erreicht. Angesichts des schwierigen Restprogramms der Hinrunde (Mönchengladbach II, Lotte, Viktoria Köln und Verl) kann man mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden sein. Doch die Ausgeglichenheit in der Liga, in der momentan jeder Verein jeden schlagen kann, ist dies kein Hinweis auf eine einfache Aufgabe. Besonders freut das Wiedersehen mit Damir Ivancicevic. Der Mittelfeldspieler war als Teil der Aufstiegstruppe aus Oberligazeiten vorgesehen, wurde jedoch immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen.

Nichtsdestotrotz muss RWE dringend punkten, denn es folgen ebenfalls noch schwierige Aufgaben in Oberhausen und Aachen. Um den aufkeimenden Druck des Abstiegskampfs gar nicht erst aufkommen zu lassen, wären drei Punkte wie Balsam für die Fans, aber auch für Mannschaft und Trainer. Durch den Familienspieltag wird dieses Spiel noch einmal vor einer großen Kulisse stattfinden. Sorgt mit Einsatzfreude und Kampf dafür, dass viele Zuschauer demnächst wiederkommen, wenn Rot-Weiss Essen antritt.


EVAG Einsatzplan

Abfahrt Essen Hbf Bussteig 4

12:00 Uhr - 13:30 Uhr alle 10 Minuten Richtung Hafenstraße

Nach dem Spiel an den bekannten Haltestellen Bottroper Straße und Lüschershofstraße.


Hinweise zum Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen

Es ist wieder soweit: Am kommenden Samstag, den 24. Oktober, trifft RWE zum Familienspieltag an der Hafenstraße auf Rot Weiss Ahlen. Ab 11.07 Uhr wird rund um das Stadion Essen ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein geboten. Anpfiff der Begegnung ist um 14:00 Uhr.

Das rot-weisse Heimspiel gegen Ahlen steht ganz im Zeichen der Familie. Der Parkplatz P3 wird am kommenden Heimspieltag kaum wiederzuerkennen sein. Zahlreiche Attraktionen für RWE-Fans egal welchen Alters bieten am Samstag auch abseits der 90 Fußballminuten auf dem grünen Rasen beste Unterhaltung. So warten u. a. eine Hüpfburg des rot-weissen Partners Allbau, eine Dartscheibe von Ritterfun, ein Menschenkicker von Aral, Fußballgolf von Rutherhof, das WAZ-Redaktionsmobil mit Fotoaktion und Ponyreiten von Stiftsquelle sowie eine Autogrammstunde mit einigen Spielern der Mannschaft von Rot-Weiss Essen auf die Besucher des Stadion Essen.

Aufgrund dieser außergewöhnlichen Parkplatznutzung ist die Anzahl der Parkplätze für diesen Bereich stark begrenzt. Entsprechende Parkausweise sind nur bis einschließlich Freitag um 15.00 Uhr im Fanshop an der Hafenstraße erhältlich.
Die Infokasse befindet sich am Spieltag wie gewohnt im Kassenhäuschen W1/W2. Im Kassenhäuschen W3 ist ab sofort eine Online-Kasse im Einsatz, die es ermöglicht, auch am Spieltag platzgenaue Tickets auszuwählen. Für alle Bereiche sind noch Restkarten erhältlich.

Die Ausgabe der kurzen fuffzehn erfolgt am Spieltag kostenlos an allen geöffneten Kassenhäuschen.

Der Gästeblock G3 wird geöffnet, sodass aufgrund der Fantrennung der äußere und innere Stadionumlauf geschlossen bleiben. Gästefans gelangen über den Eingang „Sulterkamp“ zu ihren Plätzen auf der Gottschalktribüne.

Der rot-weisse Fanshop öffnet am Samstag um 12.00 Uhr. Nach dem Spiel bleibt er für RWE-Fans noch ca. 30 Minuten geöffnet. Zudem ist am Spieltag eine Sonderkasse für die Auswärtspartie der Rot-Weissen bei Alemannia Aachen (Samstag, 31. Oktober, 14.00 Uhr, Aachener Tivoli) eingerichtet.

Dort sind die Tickets zu folgenden Preisen (Vorverkaufsgebühr inklusive) erhältlich:

Stehplatz: 10,50 Euro
Stehplatz (ermäßigt): 8,50 Euro
Stehplatz Jugendliche bis einschl. 17 Jahre: 5,50 Euro
Sitzplatz: 19,00 Euro
Sitzplatz (ermäßig): 15,00 Euro
Stehplatz (Jugendliche bis einschl. 17 Jahre): 9,00 Euro