04.10.2013

Quo vadis, RWE?

von Michael Jaskolla

Nachdem am Mittwochabend die im Anschluss an das Schalke-Spiel aufkeimende Hoffnung auf Besserung im spielerischen Bereich bereits im Keim erstickt wurde, wartet nun mit dem SC Verl (Stadion an der Poststraße, Samstag 16 Uhr) der nächste unbequeme Gegner auf unsere Mannschaft.

Der SC spielt wie schon in den Vorjahren eine unaufgeregte Saison jenseits von Gut und Böse. Zuletzt zeigte sich die Defensive allerdings bei acht Gegentoren in drei Spielen als ebenso wenig sattelfest wie die rot-weisse. Den Abgang der beiden Offensiv-Leistungsträger Rasp (Fortuna Köln) und Kunstmann (Osnabrück) konnte man durch Engelmann (Cloppenburg) und Rückkehrer Mainka (Rödinghausen) kompensieren. Insbesondere der kopfballstarke Engelmann (6 Treffer in 10 Spielen) wird die Essener Hintermannschaft beschäftigen.

Diese ist derzeit aber vor allem mit sich selbst beschäftigt. Nach dem desolaten Auftritt gegen Köln sind Veränderungen in der Startaufstellung quasi ein Muss. Eine Herausnahme von Nakowitsch oder eine „Denkpause“ für Langlitz wären keine große Überraschung. Als sicher gilt, dass Knappmann, der zumindest die Grundtugenden verkörpert und Freistöße einnicken kann, wieder in die Startelf rückt.

Seit drei Jahren predigt Dr. Welling, man werde auch in Krisenzeiten nicht aktionistisch handeln und gemeinsam nach Auswegen suchen. Deshalb darf es jetzt auch Niemanden überraschen, dass in Essen nicht sofort das klassische Mittel „Trainerwechsel“ gewählt wird. Klar ist aber auch: Die Alternative zu „Aktionismus“ darf nicht „Aussitzen“ heißen. Es gibt noch jede Menge Stellschrauben zwischen den Extremen, an denen man drehen kann. Die Anhängerschaft sollte aber nicht das Gefühl erhalten, dass man einfach zur Tagesordnung übergeht und im selben Trott weiter arbeitet.

Zunächst aber müssen endlich nachhaltige (!) Signale von der Mannschaft kommen, dass intern noch alles in normalen Bahnen verläuft und man mit aller Macht den drohenden Abstiegskampf vermeiden möchte. Drei Punkte aus Verl wären ein brauchbarer Anfang.


Organisatorisches zum Spiel in Verl

folgt