01.12.2013

Aufatmen

von Hendrik Stürznickel

Da ist die so lang ersehnte Serie. Eine kleine Siegesserie von drei Spielen, die hintereinander gewonnen werden konnten. Angesichts des stetig wachsenden Lazarettes kann man zufrieden sein mit den drei Punkten, die zwar mit einer guten Portion Glück geholt wurden, wenn man an den Lattenknaller kurz vor Schluss denkt, die allerdings hochverdient gewonnen wurden.

Kling Glöckchen, klingeling...Die Aufstellung wurde aufgrund der Verletzung von Konstantin Fring und der Sperre von Kevin Pires-Rodrigues notgedrungen durchgewirbelt. So kam Benjamin Wingerter nach langer Zeit zu einem Platz in der Startelf. Außerdem konnte auch Holger Lemke wieder einmal von Beginn an starten. Die Bochumer machten darüber hinaus ihre Drohung wahr und traten nahezu ausschließlich mit Spielern an, die normalerweise in der Zweitligamannschaft mittrainieren. Es wurde bereits im Vorbericht genug dazu gesagt, deswegen nur noch einmal der Hinweis, dass es gerade das extrem unsportliche Verhalten ist, wie es der VfL Bochum praktiziert, die das Vorhandensein der Zweiten Mannschaften zu einem solchen Ärgernis machen.

Zum letzten Heimspiel kamen noch einmal an die 8.000 Zuschauer, wovon 26 handgezählte Schlachtenbummler aus der Nachbarstadt kamen. Die 8.000 hatten kurz nach dem Anpfiff bereits den Torjubel auf den Lippen, denn Benedikt Koep bekam nach wenigen Sekunden den Ball und platzierte ihn dann aber nicht genau genug. RWE drängte jedoch auf den frühen Treffer und so zog Kevin Grund nach einem Solo auf das Tor, verfehlte es allerdings knapp. In der siebten Minute war es dann Vincent Wagner, der völlig allein gelassen auf das volley auf das Tor schießen konnte, aber auch er bekam den Ball nicht zwingend genug platziert, sodass Torwart Esser keine Probleme hatte.

Danach ordnete sich die Bochumer Hintermannschaft und ließ den Essener Angriffsexpress anrollen. Viel war von Bochumer Seite nicht möglich und das lag an einem bombenstarken Auftritt der Essener Innenverteidigung. Vincent Wagner zeigte immer wieder starke Aktionen, sodass man ihm die wenigen Unachtsamkeiten im Spielaufbau schnell verzieh, aber was Maik Rodenberg auf seiner Position veranstaltete das ist schon einer Erwähnung wert. Diesen Spieler hätten die Bochumer wohl am liebsten auf den Mond geschossen, denn an Rodenberg kam niemand vorbei. Er stand gut, verteidigte gut, ein außergewöhnlicher Spieler.

Viel Diskussionbedarf gab es mit dem SchiriIn der 30. Minute war es so weit und Bochum gab das erste Mal zu verstehen, dass sie auch mitspielten. Christian März traf den Ball perfekt aus der Distanz und scheiterte lediglich am ebenfalls stark auftretenden Daniel Schwabke, der den Ball mit einem tollen Reflex über die Latte lenkte. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann noch einmal ungemütlich im Stadion, was vor allen Dingen am Schiedsrichter lag, der an diesem Tag dem eher einfach zu leitenden Spiel fast zu keiner Zeit gewachsen war. Es war wieder Koep, dessen Schuss durch Heiko Butscher abgelenkt wurde und der an das Lattenkreuz sprang und wieder hatten die Zuschauer den Torschrei auf den Lippen.

Danach gingen beide Teams in die Pause. Angesichts der Platzverhältnisse und des Wetters konnte man genau so ein Kampfspiel erwarten. Schön zu sehen, dass RWE diesen Kampf nun annimmt. Sicherlich war Rodenberg manchmal etwas zu sehr auf sich allein gestellt, weil sich die Kameraden nicht anboten, aber insgesamt merkt man, dass der Standard, den RWE spielt nun ein ganz anderer ist, als noch vor einem Monat. Außerdem wäre eine Führung hier allemal verdient gewesen, da Rot-Weiss deutlich mehr Torchancen hatte. Aber es gab ja noch die zweite Hälfte.

In der zweiten Halbzeit erhöhte Bochum das Tempo und die Essener mussten sich dem neuen Tempo zunächst anpassen. Zwingendes gab es jedoch lange Zeit nicht, sodass viel Zuschauer bereits ein typisches 0:0-Spiel ausmachten. Es war die 73. Minute als Max Dombrowka mit viel Anlauf die rechte Seite entlang marschierte. Er schlug aus aussichtsreicher Position eine Flanke in den Strafraum, diese wurde jedoch von einem Bochumer Verteidiger per Kopf geklärt. Abnehmer des Kopfballs war Tim Hermes, der genau Maß nahm und perfekt und scharf wieder in den Strafraum flankte. Dieses Mal schaltete Marcel Platzek früh genug und erzielte seinen zehnten Treffer.

RWE spielte die Zeit dann routiniert hinunter – bis zur 91. Minute. Dann kam der Auftritt von Sven Kreyer, der den Ball auf das Tor brachte und nur am Lattenkreuz scheiterte. Das war Riesenglück, denn die drei Punkte wären weg gewesen, denn das Spiel wurde gleich danach abgepfiffen. So konnte man allerdings mit einem guten Gefühl den obligatorischen Abschiedsworten von Walter lauschen. Das war das Jahr 2013 im Stadion Essen. Es war nicht immer schön, was dort geboten wurde, aber der Abschluss war versöhnlich. Das Jahr ist allerdings noch nicht vorüber, denn es warten noch zwei schwierige Auswärtsspiele in Köln und nächste Woche in Siegen. Bei diesen Spielen wird der Mannschaft noch einmal alles abverlangt werden.


Jawattdenn-Spielerbewertung

Daniel Schwabke
Schwabke
[2]
Max Dombrowka
Dombrowka
[3+]
Vincent Wagner
Wagner
[2-]
Maik Rodenberg
Rodenberg
[2]

Tim Hermes
Hermes
[3+]

Markus Heppke
Heppke
[3+]
Benjamin Wingerter
Wingerter
[3+]
Holger Lemke
Lemke
[3+]
Kevin Grund
Grund
[3+]
Marcel Platzek
Platzek
[2]
Benedikt Koep
Koep
[3]
Lucas Arenz
Arenz
[o.B.]
Alexander Langlitz
Langlitz
[o.B.]
Christian Knappmann
Knappmann
[o.B.]


Rot-Weiss Essen

Schwabke, Dombrowka, Rodenberg, Wagner, Hermes, Heppke, Wingerter, Platzek (85. Knappmann), Grund, Lemke (82. Langlitz), Koep (65. Arenz)

 

VfL Bochum II

Esser, Heber, Sinkiewicz, Butscher, Starostzik, Wasilewski, Bulut, Jansen, März (77. Reinholz), Kreyer, Gündüz

 

Tore

1:0 Platzek (71.)

 

Zuschauer

7.883

 

Schiedsrichter

Tobias Altehenger (Köln)

 

Gelbe Karten

Platzek (28.), Hermes (30.), Wingerter (41.) - Wasilewski (31.), Starostzik (66.)

 


Spieler des Spiels 18. Spieltag - Daniel Schwabke