30.09.2010

Rot-Weiss Essen - SpVgg. Erkenschwick


Ziel: Als Tabellenführer in die Punktspielpause!

Nachdem zwischenzeitlich bis zu drei Ligen zwischen den beiden langjährigen Ligakonkurrenten lagen, kommt es am Freitag um 19:30 Uhr an der Hafenstraße erstmals seit 1998 wieder zu einem Meisterschaftsspiel zwischen den beiden Traditionsvereinen.

Fehlt beim Anpfiff - Lukas LenzEbenso wie unsere Rot-Weißen hat der morgige Gast eine bewegte Vereinshistorie mit goldenen Jahren in der Nachkriegszeit und einem tiefen Fall in die lokalen Amateurligen inklusive Insolvenzverfahren vorzuweisen:
In der Saison 1947/48 war man zeitweise sogar Tabellenführer der damals erstklassigen Oberliga West. Mit dem Abstieg aus der Oberliga im Jahre 1953 endete allerdings die große Zeit der Stimberg-Elf. Fortan pendelte man zwischen der Zweit- und Drittklassigkeit. Die bis heute letzte Zweitligasaison erlebten die Anhänger der Schwarz-Roten in der Saison 1980/81 in der damaligen 2. Bundesliga Nord. In der Saison 1997/98 traten RWE und Erkenschwick letztmals in Punktspielen gegeneinander an – als Konkurrenten um den Klassenerhalt in der Regionalliga West. Trotz einer positiven Bilanz im direkten Duell (4:2 in Essen; 0:0 am Stimberg) stieg Essen in die Oberliga ab, während Erkenschwick als Viertletzter der Abschlusstabelle den Klassenerhalt feiern konnte.

Ein Jahr später endete aber auch für Erkenschwick die Drittligazugehörigkeit. Doch damit nicht genug, im Jahre 2007 fand sich die Spielvereinigung nur noch in der sechstklassigen Westfalenliga wieder – der absolute sportliche Tiefpunkt der 1. Herrenmannschaft war damit erreicht. Im Gegensatz zum wirtschaftlichen Tiefpunkt: Dieser folgte ein Jahr später, nachdem zuvor der sportliche Abstieg (wie üblich) von großen finanziellen Schwierigkeiten begleitet wurde, die den Verein 2008 in die Insolvenz führten. Das Insolvenzplanverfahren war zwar erfolgreich, doch alle finanziellen Sorgen ist die Spielvereinigung trotz der inzwischen wieder positiven sportlichen Entwicklung nach wie vor nicht los. Vor der Saison wurde dem Aufsteiger wegen "unzureichender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit" die Lizenz für die NRW-Liga zunächst verweigert. Erst nach einem Einspruchsverfahren erteilte der Westdeutsche Fußballverband die Spielgenehmigung.

Suat Tokat ist nach Grippe wieder ein OptionErkenschwick findet sich zur Zeit dort wieder, wo Experten die Mannschaft auch erwartet haben: im Tabellenkeller. Trotzdem hat man mit Achtungserfolgen wie dem 0:0 gegen Windeck oder dem 3:2-Sieg in Aachen bereits nachgewiesen, dass man in der Liga mithalten kann. Nicht oberligareif sind dagegen die Tore am Stimberg. Vor dem vergangenen Heimspiel gegen Herne stellte das Schiedsrichtergespann fest, dass es dem Aluminiumgestänge neun Zentimeter an Höhe fehlt. Nur dank der Kulanz des Gastes wurde das Spiel angepfiffen, das Herne schließlich mit 2:0 gewann. Fraglich, ob Herne die Sache auch so locker genommen hätte, wenn man bei einem ausgeglichenen Spielstand in der Schlussminute die Lattenunterkante getroffen hätte. So aber wurde das Spiel protestlos gewertet, während die Stadt Erkenschwick um regelkonforme Tore bemüht ist.

Mit einem Blick auf die Tabelle ist die Rollenverteilung klar: RWE geht trotz der Niederlage in Marl als Tabellenführer, als stärkstes Heimteam und damit als Favorit ins Spiel. Da aber allen Beteiligten noch die 1:4-Niederlage im Vorbereitungsspiel gegen denselben Gegner in Erinnerung ist, sollte keine Überheblichkeit im Essener Spiel auftreten. Womöglich wartet erneut ein Geduldsspiel gegen einen defensiv ausgerichteten Gegner auf das Essener Publikum.

Umso schwerer könnte der Ausfall von Stoßstürmer Lukas Lenz wiegen, der wegen einer Klausur an der Universität fehlen wird. Als Alternativen nennt Essens Trainer Wrobel Victor Huschka, Meik Kuta oder Sebastian Pilch. Der Einsatz von Dirk Jasmund (Oberschenkelprobleme) ist stark gefährdet. Daneben fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Damir Ivancicevic und Philipp Kunz. Dagegen könnte der genesene Suat Tokat wieder den Startelfplatz von Vennemann übernehmen.

Mit der Stimmung der vergangenen Wochen im Stadion kann man guter Dinge sein, dass die Mannschaft die Heimserie von vier Siegen aus vier Spielen weiter ausbauen wird. Anschließend geht es in die wohlverdiente Punktspielpause, in der mit Borussia Dortmund ein attraktiver Freundschaftsspielpartner wartet.


Bilanz gegen Erkenschwick

2. Bundesliga Nord

Siege Unentschieden Niederlagen Gesamt
Heim 1 0 0 1
Auswärts 1 0 0 1
Gesamt 2 0 0 2
Regionalliga West

Siege Unentschieden Niederlagen Gesamt
Heim 3 1 0 4
Auswärts 1 3 0 4
Gesamt 4 4 0 8
Gesamt

Siege Unentschieden Niederlagen Gesamt
Heim 4 1 0 5
Auswärts 2 3 0 5
Gesamt 6 4 0 10

EVAG Einsatzplan

Abfahrt Essen Hbf Bussteig 4

17.30 - 18.00 Uhr alle 15 Minuten
ab 18.10 bis 19.00 Uhr alle 10 Minuten Richtung Hafenstraße

Die Rückfahrt findet an den bekannten Haltestellen Bottroper Straße und Lüschershofstraße statt.


Organisatorisches zum Heimspiel

Zum bevorstehenden RWE-Heimspiel gegen die SpVgg. Erkenschwick (FR, 01 Oktober, 19.30 Uhr, Georg-Melches-Stadion) wird eine erhöhte Anzahl an Gästefans erwartet, so dass die Blöcke L und M auf der Nordtribüne für Gästefans geöffnet werden.

Alle RWE-Fans, die den Heimblock auf der Nordtribüne (Block N) nutzen, erhalten dann wie bisher ausschließlich Einlass über die Osttribüne und können die Cateringstände und sanitären Anlagen nur an der Osttribüne nutzen. Die Stadiontore öffnen wie gewohnt 90 Minuten vor Spielbeginn, um 18.00 Uhr.