21.11.2010
Alemannia Aachen II - Rot-Weiss Essen
Die Kaiserstadt klassisch ausgekontert
2 Auswärtssiege, 6 Punkte, 5:1 Tore – So lautet eine weitere erfolgreiche Bilanz der rot-weissen Mannschaft nach den schweren Hürden in Herne und Aachen. Es darf weiter vom Aufstieg geträumt werden, weil nun auch die Mechanismen greifen, die man nur bei einer Topmannschaft findet: Ein ungeheures Selbstbewusstsein und auch eine Portion Glück. Auch die anderen Mannschaften spielen für Rot-Weiss Essen: Velbert kann nur einen Punkt gegen Siegen erzielen, so dass der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz auf sieben Punkte angewachsen ist. Wie frohlockt da das rot-weisse Herz!
Im Vordergrund sollte aber das heiß ersehnte Spiel stehen. Allerdings gab es vorher noch eine Schweigeminute, was die aktiven Aachener Fans entweder völlig vergessen oder nicht mitbekommen hatten. Der stimmungsvolle Auftritt ging deshalb völlig in die Hose, dennoch waren auch die Essener Fans froh, trotz eines Austausches von Beleidigungen und Pöbeleien wieder auf eine aktivere Fangruppe zu treffen. Beeindruckt von dieser Atmosphäre schienen die Essener Spieler doch erhebliche Probleme zu haben, in dieses Spitzenspiel der NRW-Liga eine klare Linie zu finden. Ungewöhnlich defensiv begann das Team von Waldemar Wrobel. Holger Lemke spielte den offensiven Part, während Lenz auf den rechten Flügel auswich. Fast hätte sich diese neue Spielweise schon früh gerächt. Schon in der zweiten Minute gibt der Aachener Sabacinski eine Flanke in den Essener Strafraum hinein, die von Keeper Lamczyk und Meik Kuta in höchster Not geklärt wird. Es ging weiter unaufhaltsam Richtung Essener Tor. In der 17. Minute muss Alexander Thamm eingreifen, um eine gefährliche Hereingabe von Ojamaa zu entschärfen. Nur wenig später kratzt der starke Lamczyk einen Kopfball der Aachener von der Linie. Das Spiel beruhigte sich etwas, aber Offensivbemühungen der Essener fanden kaum statt. Die Aachener blieben das gefährlichere und technisch bessere Team.

Unterstützt von den lautstarken Essener Fans und einem alten Mittel der Anfeuerung, der „Hupe“, nahm die rot-weisse Mannschaft das Heft immer mehr in die Hand. Kapitän Brauer erhielt durch einen guten Distanzschuss die Möglichkeit, das 2:0 zu erzielen, aber der Ball strich knapp am Aachener Gehäuse vorbei. Nach einer Stunde nutzte Avci einen Totalausfall in der Aachener Abwehr und lief ungestört auf das Gehäuse von Jorzig zu. Eiskalt verwandelte Avci aus dem Lauf heraus in die linke untere Ecke: 2:0 für Essen. Es begann eine Party auf der Gästetribüne, Aachen wirkte einfach zu geschockt um noch einmal einen Schlag zu landen. Die Zuschauer forderten immer mehr den Einsatz der „Hupe“, und auch der alte Gassenhauer „Auswärtssiege sind schön!“ wurde angestimmt. Im Bereich der Heimtribüne wurde es immer ruhiger. Für einen kurzen Aufreger sorgte nur die gelbe Karte für Kuta nach einem vermeintlichen taktischen Foul, doch da muss man für jedes Foul eine Verwarnung zeigen.
Der dritte Auswärtssieg in Folge schien in greifbarer Nähe zu sein, als die Essener Hintermannschaft sich einen Aussetzer erlaubte. Wagner trifft den Aachener Stürmer Engelbrecht im Sechzehnmeterraum, Schiedsrichter Steuer zeigte ohne zu Zögern auf den Punkt. Auch aus großer Entfernung sah die Entscheidung völlig korrekt aus. Engelbrecht trat selber an und verwandelte den Strafstoß in der 73. Minute sehr sicher zum Anschlusstreffer. Doch wer glaubte, die Mannschaft aus Essen würde durch den Aachener Treffer verunsichert werden, wurde getäuscht. Auch wenn man sich wiederholt, aber diese Saison ist alles anders. Die Jungs werfen sich in jeden Schuss hinein und geben Gas bis zum Ende. Direkt beim Anpfiff nach dem Treffer wurde die Fahrt in Richtung Aachener Tor wieder aufgenommen, in der Hintermannschaft wurde die Ordnung wieder aufgenommen.

Die Mannschaft ist und bleibt ein Phänomen für sich. Trotz eines starken Auftritts des Gastgebers gelang es mit einem enormen Einsatz und Siegeswillen, der nötigen Ruhe und ein wenig Glück das Spiel für sich zu entscheiden. Eines muss man in diesem Spiel besonders hervorheben: Es wurden fast alle erarbeiteten Chancen genutzt. Dies war ein großes Manko in den letzten Partien, doch diese Schwachstelle konnte behoben werden. So wurde ein enges Spiel gegen einen starken Gegner am Ende zu einer klaren Angelegenheit. Trainer Wrobel muss jetzt dafür sorgen, dass seine Jungs auf dem Teppich bleiben. Es warten bis Weihnachten schwere Aufgaben, und die Verteidigung der Tabellenspitze wird an jedem Spieltag neu entschieden. Doch wenn es weiter so viel Spaß macht, gehen die Fans den Weg der Mannschaft gerne mit.
Jawattdenn-Spielerbewertung
![]() Lamczyk [2] |
![]() Jasmund [3] |
![]() Wagner [2-] |
![]() Thamm [3+] |
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![]() Brauer [3+] |
![]() Tokat [2] |
![]() Lemke [3+] |
![]() Avci [2] |
![]() Enzmann [3+] |
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![]() Lenz [3+] |
![]() Vennemann [o.B.] |
![]() Dutschke [o.B.] |
![]() Stöhr [o.B.] |
Alemannia Aachen II
Jorzig - Weilbier (86. Mostowfi), Malget, Frau, Korte - Temeltas (70. Demir) - Schnier, Lekesiz, Sabacinski - Engelbrecht, Ojamaa Rot-Weiss Essen
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