03.10.2009
SV Eintracht Trier - Rot-Weiss Essen
Portas rubras et albas (Tore in rot und weiss)
Sie wurde umgefärbt, die Porta Nigra, so jedenfalls halluzinierten euphorisierte Essener Augen. Alle Tore erstrahlten in rot und weiß. Älteste Stadt Deutschlands, Heimat von Karl Marx – für all den vergangenen Ruhm kann man sich an der Mosel nichts mehr kaufen. Im Moselstadion verlor die eigentlich favorisierte Eintracht ihr Heimspiel sang- und klanglos gegen unseren RWE.
Essen spielte vom Anpfiff weg nach vorne. Die Akteure waren gut positioniert und doch ständig in Bewegung. Zuspiele fanden den Mitspieler. Man setze bei trierschem Ballbesitz energisch nach und suchte die Angriffsbemühungen bereits im Ansatz zu stören, was auch sehr gut gelang.
Soviel Engagement wurde frühzeitig belohnt. In der 15. Spielminute kam Mike Wunderlich in halbrechter Position an den Ball und spielte links rüber zu Sascha Mölders, der nach einigen Schritten vorwärts plötzlich frei im Strafraum stand und nur noch am Torwart vorbei schieben musste. Auffällig in dieser Phase war das Zusammenspiel auf den Flügeln. Auf beiden Seiten harmonierten die Außenverteidiger, die als Defensivkräfte erstaunlich viel offensiven Freiraum hatten, mit ihren jeweiligen Offensivpartnern im Mittelfeld. Gegen den dadurch entstehenden Druck fand die Eintracht kein wirksames Mittel. Nach einem Befreiungsschlag aus den eigenen Defensivreihen – wieder war es Wunderlich, der die Vorarbeit leistete – kam der Ball in der 25. Minute erneut zu Sascha Mölders, der keine Mühe hatte, sich gegen die Eintrachtabwehr durchzusetzen und den Ball zum 2-0 zu versenken.
Essen ließ nicht locker. Eine Standartsituation führte zum 3-0. Wunderlich gab einen Freistoß hoch hinein in den Strafraum. Links auf Höhe des Fünf-Meter-Raumes köpfte Denny Herzig in die Mitte. Dort kam Sergej Neubauer mit dem Kopf an den Ball und drosch ihn unter die Querlatte. Ein Kopfball von der Marke, die in anderen Spielen, in denen man die „Seuche“ hat, trotz Lattenberührung zum Toraus führt. Trotzdem … ein herrlicher Treffer, der schon zu diesem Zeitpunkt klarmachte: Das Spiel kann RWE nicht mehr verlieren.

In der letzten halben Stunde kam Patrick Schnier für Holger Lemke in die Partie. Er sorgte auf der rechten Angriffsseite für weiteren Wirbel. Er war es auch, der in der 73. Minute von rechts in die Mitte passte. Der Ball wurde von einem Essener durchgelassen und kam so zu Sascha Mölders. Dieser hatte keine Mühe, zum dritten Mal an diesem Nachmittag zu verwandeln. Wenig später passte Schier noch einmal in die Mitte. Nur der Pfosten verhinderte schließlich das 5-0 durch Wunderlich.
3350 Zuschauer sahen eine kämpferisch sehr gute Essener Mannschaft. Die 300 bis 500 mitgereisten Rot-Weiss-Fans unter ihnen feierten am Schluss mit der Mannschaft. Es gab sogar einen – noch etwas zaghaften aber ausbaufähigen – Versuch, den „Schrecken vom Niederrhein“ zu reaktivieren. Dass der Text nach so langer Zeit des Schweigens nicht mehr ganz aktuell in den Köpfen ist – die dritte und vierte Zeile wurden verwechselt – war der einzig wirkliche Wermutstropfen an diesem Nachmittag.
Bewegte Bilder vom Spiel gibts auf der Trierer Homepage
Jawattdenn-Spielerbewertung
![]() Maczkowiak [2] |
![]() Broniszewski [2] |
![]() Herzig [2] |
![]() Zinke [2] |
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![]() Neubauer [2] |
![]() Wunderlich [2+] |
![]() Kurth [2+] |
![]() Mainka [2+] |
![]() Lemke [2+] |
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![]() Mölders [1-] |
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![]() Tokat [o.B.] |
Eintracht Trier
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