02.12.2007

Rot-Weiß Oberhausen - RWE

 

Mal wieder Oberhausen…

…dürften sich die meisten Fans von Rot-Weiss Essen nach der ernüchternden 1:0 Niederlage gedacht haben. Der letzte Sieg im Niederrheinstadion liegt nun weit über zehn Jahre zurück (0:1 in der Saison 1995/1996). Die Leistung der Mannschaft war engagiert und der Gegentreffer fiel äußerst unglücklich. Trotzdem war den triefend nassen Anhängern auf den Stehplätzen die Frustration deutlich anzumerken.

Noch vor Spielbeginn gab der Stadionsprecher von Oberhausen gute Nachrichten per Mikrofon an die Ränge weiter. Jozef Kotula und Markus Kurth, die vor dem Spiel durch ihre Verletzungen auf der Kippe standen, waren in der Startformation. Rafael Kazior fehlte bekanntlich gelb gesperrt und David Czysczon musste seinen Platz in der ersten Elf für die Rekonvaleszenten räumen. Mario Klinger durfte erneut neben Tim Gorschlüter auflaufen und Michael Lorenz rückte einmal mehr in den Abwehrverband um Daniel Sereinig. Auf Oberhausener Seite liefen einige alte Bekannte auf. Dimitrios Pappas ist ebenso wie Tuncay Aksoy noch im Gedächtnis vieler Rot-Weisser.

Rot-Weiss Essen versuchte frühzeitig, das Spiel zu dominieren. Bereits in den ersten Minuten vergaben Rolf-Christel Guié-Mien, Sören Brandy und Markus Kurth große Einschussmöglichkeiten und die Essener wähnten bereits Genugtuung für die herbe Niederlage in der Hinrunde. RWO zeigte sich nur kurz beeindruckt und schaffte es nach einer Viertelstunde, sich aus dem Klammergriff der Gäste zu lösen. Von nun an bekamen die Zuschauer Magerkost geboten, was allerdings nicht an mangelndem Einsatz lag. Beide Mannschaften kämpften um jeden Meter Boden. Der Rasen war aber nicht wirklich für ein Fußballspiel zu gebrauchen. Der Regen weichte den Grund schon vor Spielbeginn auf, sodass die Farbe des Spielfeldes eher braun als grün war. Ein konstruktiver Spielaufbau war damit kaum möglich. Flache Pässe blieben auf Pfützen liegen und hohe Zuspiele versprangen nach dem ersten Bodenkontakt.

In der zweiten Halbzeit nahmen Regen und Wind weiter zu und das Spiel wurde dadurch nicht ansehnlicher. Die Glücksgöttin war aber auf der Seite von Oberhausen und half mit das einzige Tor des Nachmittags zu erzielen. Marcel Landers setzte sich auf der rechten Seite durch und wollte in die Mitte flanken. Ob der Ball abrutschte oder der Wind mithalf wird nicht mehr aufzuklären sein. Das Ergebnis war aber ein Ball, der sich gefährlich hinter Daniel Masuch an den Innenpfosten senkte. Hatte RWE an dieser Stelle zunächst Glück, dass der Ball noch mal aus dem Tor heraus sprang, so verließ es die Rot-Weißen sogleich wieder, denn Julian Lüttmann fiel der Ball vor die Füße. Dieser brauchte nur noch ins verwaiste Tor abzustauben.

Mit der Führung im Rücken zogen sich die Oberhausener zurück an den eigenen Strafraum und verteidigten das Ergebnis erfolgreich. Es dauerte bis zur Schlussviertelstunde bis RWE gefährlich vor dem Tor der Gastgeber auftauchte. Aber auch die Freistöße und Eckbälle wurden von der Abwehr geklärt. Der Schiedsrichter pfiff um 15.50 Uhr das Spiel ab und Rot-Weiß Oberhausen konnte den Sieg gegen Essen feiern. An dieser Stelle muss der Mannschaft aus Oberhausen ein großes Kompliment ausgesprochen werden. Mit geringen finanziellen Mitteln wurde der Verein zu Saisonbeginn eher belächelt als Ernst genommen. Diese Einstellung rächte sich nicht nur bei RWE zu Saisonbeginn. Oberhausen steht mit seiner punktuell verstärkten Aufstiegsmannschaft aktuell auf einem Platz, der zur Teilnahme an der Zweiten Bundesliga berechtigt. Beim Reviernachbarn bleibt man trotzdem bescheiden und hat weiterhin die Qualifikation für die dritte Liga im Visier. Dass dieses Ziel mit so einer leidenschaftlich agierenden Truppe gelingen sollte, daran zweifelt kaum noch jemand.

Rot-Weiss Essen hingegen dümpelt weiter im Niemandsland der Tabelle. Die Vorlage der anderen Mannschaften konnte nicht genutzt werden, denn bei einem Sieg hätte Essen auf den dritten Rang springen können. Nun befindet sich das Team von Heiko Bonan auf Platz zehn und damit nur hauchdünn auf Kurs Dritte Liga. Nun geht es gegen Düsseldorf um wichtige Punkte beim letzten Spiel des Jahres 2007. Auf einem Abstiegsplatz zu überwintern würde in Essen Panikattacken auslösen, deswegen ist es wichtig auf keinen Fall gegen die Fortuna zu verlieren.


(hs)

 

 


Rot-Weiß Oberhausen

Semmler - Pappas, B. Reichert, Schlieter - Landers (77. Tennagels), Kruse (69. Embers), Kaya, Müller (90. Ibrahim) - Terranova - Lüttmann, Aksoy


Rot-Weiss Essen

Masuch - M. Lorenz, Sereinig (80. Czyszczon), Andersen - Erfen, Klinger, Gorschlüter, Kotula (69. Lindbaek) - Guie?-Mien, Brandy - Kurth (77. Uzun)


Tore

1:0 Lüttmann (54.)


Zuschauer

11.326


Schiedsrichter

Schriever (Dorum)


Gelbe Karten

Kruse - Lorenz, Brandy, Andersen












.....

 

Spieler des Spiels


Jawattdenn Spielerbewertung

 

Masuch
5+
Andersen
5+
M. Lorenz
4
Sereinig
5+
Erfen
4
Klinger
3
Gorschlüter
4-
Brandy
3
Kotula
5+
Guie-Mien
3-
Kurth 4